INTERVIEW AN KENGO KUMA, ALFONSO ACOCELLA, LUIGI ALINI
In Casalgrande wird zurzeit das erste architektonische Werk des Meisters Kengo Kuma in Italien konstruiert: “Casalgrande Ceramic Cloud” ist das neue Tor zum Keramikbezirk, das vom Unternehmen Casalgrande Padana gewählt wurde, um es der Allgemeinheit zu überlassen und so in der Ausdrucksform der innovativen modernen Qualitätsarchitektur einen Beitrag zur Valorisierung des Territoriums zu leisten.
In Mailand, wo der japanische Architekt anlässlich der Design-Woche 2010 als Vorläufer des architektonischen Werkes eine szenografische Installation präsentiert hat, hat Kengo Kuma persönlich ein Videointerview über die Bedeutung von “Casalgrande Ceramic Cloud” erteilt, bei dem er auf die Idee und auf den Charakter der Materialien und Konstruktion eingegangen ist. Die Gestalt und Stimme des japanischen Architekten nähern sich konzeptmäßig dem keramischen Werk, das demnächst in Casalgrande bei Reggio Emilia eingeweiht wird.
Einen Beitrag zur Interpretation des architektonischen Projekts – vom kreativen Anfang bis zu seiner Ausführung – leisten die zusätzlichen Videointerviews mit Alfonso Acocella und Luigi Alini, Dozenten an der Fakultät für Architektur in Ferrara und Siracusa. Ihnen ist – durch das Labor Material Design – die erhebliche Regiearbeit und Wechselbeziehung zwischen dem führenden Unternehmen für Feinsteinzeugproduktion und Auftraggeber Casalgrande Padana, dem von Kengo Kuma koordinierten Team für die Entwicklung des architektonischen und strukturellen Projekts und der Welt der Universität zu verdanken. Das Architekturwerk “CCC” kann als greifbare Krönung der Relationen bezeichnet werden, die Kengo Kuma an der Fakultät für Architektur in Ferrara schon im Jahr 2003 eingeleitet hat, als der Meister bei der Zehnjahresfeier der Gründung von XFAF einer der zahlreichen internationalen Protagonisten dieser kulturellen Veranstaltung war.
Heute erleben wir die einzigartige Gelegenheit der Verwirklichung einer wunderbaren architektonischen Konstruktion, die möglich war dank des Zusammenfindens des kreativen Talents des japanischen Meisters und der Weitsichtigkeit des Auftraggebers, der in diesem Fall auch die Produktionsrealität vertritt, die durch die eigenen avantgardistischen Produkte – die Ausdruck der Qualität des Made in Italy sind – die Machbarkeit des Architekturwerks fördern konnte.
Die “Keramische Wolke” von Kengo Kuma experimentiert erstmals das keramische Material in struktureller Form. Großformatige Elemente von Casalgrande Padana, obgleich aus der Standardproduktion, werden hier von ihrem üblichen Wert als einfache Verkleidung befreit und in ein dreidimensionales räumliches Gefüge verwandelt, das zugleich imposant und leicht ist, wie eine lange filtrierende Gestalt in der Landschaft, wo die Erfahrung des Unternehmens die innovative technologische Lösung zur Umsetzung der Idee wurde und dem keramischen Material eine neue Anwendungssaison in der Architektur offenbart hat.
